Der Pflückwald im Sommer 2026: Naturerlebnisse für Groß und Klein

Neue Bewohner glucken im Pflückwald

Derzeit sorgen sechs neue „Mitarbeiterinnen“ auf dem Gelände für Aufsehen: Die Harrisleer Happy Hühnies (HHH) sind in den Pflückwald eingezogen. Die bunte Hühnerschar übernimmt dabei eine ganz praktische Aufgabe: Sie lockert den Boden, scharrt die bestehende Vegetation auf und arbeitet natürlichen Dünger ein. Als Gegenleistung gibt es Freilauf, frische Insekten und einen idyllischen Aufenthalt im Grünen.

Die gefiederten Helferinnen heißen übrigens: Cappuccino, Schnitzel, Rollo, Ratatouille, Matjes und Make-up.

Schule und Senioren tragen zum Pflückwald bei

Zwischen März und Mai arbeiteten der Pflückwald, das Albertinenstift und die Zentralschule Harrislee eng zusammen. Gemeinsam wurden Pflanzen auf Fensterbänken vorgezogen und später mit der Klasse 3D ausgepflanzt. Außerdem halfen die Kinder dabei, die Fläche für einen geplanten Schulgarten vorzubereiten. Für die Schule entsteht damit ein naturnaher Lernort, an dem Kinder praktisch arbeiten, sich bewegen und Natur unmittelbar erleben können. Gleichzeitig brachte das Projekt auch den Seniorinnen und Senioren des Albertinenstifts bereichernde gemeinsame Erfahrungen. Auch die Naturklasse 4C ist inzwischen im zweiten Jahr mit dabei. Die Schülerinnen und Schüler halfen beim Ausbau der Benjeshecke, sammelten Maulwurfserde für die Vorzuchtaktionen und konnten sich auf dem Gelände praktisch ausprobieren.

Generationenprojekt mit Schule und Senior

Essen wie die Wikinger

Im Rahmen des Naturerlebnismonats lud der Pflückwald zu einer besonderen Reise in die Welt der Wikinger ein. Unter freiem Himmel erfuhren Kinder und Erwachsene, wie Ernährung im Norden vor über 1000 Jahren funktionierte — und warum viele alte Methoden heute wieder erstaunlich aktuell sind.

Gemeinsam wurde erkundet, welche Wildkräuter, Pilze und saisonalen Lebensmittel im Mai verfügbar waren und wie die Menschen Versorgungslücken über den Winter hinweg meisterten. Trocknen, Fermentieren, Einsalzen und Vorratshaltung spielten dabei eine zentrale Rolle.

Anhand eines Jahreskalenders wurde sichtbar, wie eng Ernährung, Jahreszeiten und Alltag miteinander verbunden waren. Gleichzeitig entstand die Frage, was moderne Gesellschaften heute wieder aus diesem Wissen lernen können.

Die Erkenntnis des Nachmittags: Saisonales Kochen, Wildkräuterwissen und traditionelle Haltbarmachung sind keine nostalgischen Hobbys, sondern Bausteine moderner Ernährungssouveränität.

Essen wie die Wikinger 2

Wie geht es weiter?

Der Pflückwald wächst weiterhin größtenteils durch ehrenamtliches Engagement. Aktuell bereiten die Hühner neue Flächen vor, damit weitere Beete für Schulklassen entstehen können.

Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Etwa durch Pflanzaktionen, Baum- oder Beetpatenschaften, Gießdienste, Saatguttausch, Biomassespenden oder Hilfe bei Ernteverarbeitung und Veredelung.

Pflückwald-Idee erreicht auch Hürup

Auch in Hürup wächst das Interesse an gemeinschaftlich genutzten Naturflächen nach dem Vorbild des Pflückwalds. Auf einer ehemaligen Weide im alten Neubaugebiet „Ballig“, die vielen noch als Kindertreffpunkt bekannt ist, trafen sich Interessierte am Pfingstsonntag zu einer ersten Mitmachaktion.

Dabei entstand ein rund 40 Quadratmeter großes Kartoffelbeet mit experimentellem Charakter. Es wurden verschiedene Sorten und Bodenverbesserer wie hochwertiger Kompost, Pflanzenkohle und Gärreste aus der Biogasanlage dort miteinander kombiniert, um die Ergebnisse zu vergleichen.

Neben dem gemeinsamen Gärtnern entstand auch eine neue Feuerstelle als zukünftiger Treffpunkt für die Nachbarschaft.

Pflückwald Idee erreicht auch Hürup

 

Veranstaltungen und Mitmachaktionen

Unter dem Motto „Gutes Klima entsteht in Gemeinschaft“ lädt Boben Op Klima- und Energiewende regelmäßig zu Aktionen und Veranstaltungen ein:

Abpflastern gefällig?

Wer Flächen entsiegeln möchte, kann Unterstützung durch das Lern- und Aktionsnetzwerk für nachhaltiges Gärtnern erhalten. Der Wettbewerb „Abpflastern“ läuft noch bis zum 31.10.2026.

Freitag, 19. Juni

Frisches vom Feld – Kräuterexkursion mit Solveig Gütschow
10–15 Uhr | Pflückwaldgelände Harrislee

Teilnehmende lernen essbare Wildpflanzen kennen und dokumentieren gemeinsam digital den Artenbestand auf dem Gelände. 

Samstag, 20. Juni

Grün gegen Grau – Naturgarten im Neubaugebiet
10–15 Uhr | Schmutzbengel 18, Hürup-Maasbüll

Gemeinsam entsteht ein naturnaher Familiengarten als Gegenentwurf zu Schotterflächen und monotonen Rasenflächen.

Samstag, 11. Juli

Lern- und Aktionstag: Wie geht es dem Boden?
10–15 Uhr | Pflückwaldgelände Harrislee (Alt Frösleer Weg, gegenüber Nörrmark 1)

Gemeinsam wird untersucht, wie sich der Boden seit den ersten Maßnahmen entwickelt hat. Die Aktion wird von Gärtnermeister Paul Wieder begleitet.

 Alle Veranstaltungen sind kostenlos und für Erwachsene sowie für Kinder geeignet. Anmeldungen bitte per E-Mail an lang@bobenop.de.

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