Weniger Stein, mehr Grün: Flensburg startet in die nächste Abpflastern-Saison

In Flensburg kommt wieder Bewegung in die Steine: Am 21.03.2026 startet die zweite Saison des bundesweiten Wettbewerbs „Abpflastern“, bei dem Städte und Gemeinden darum wetteifern, wer am meisten Pflaster und Beton in blühende Beete und Grünflächen verwandelt. Flensburg war 2025 schon vorne mit dabei – und hat den Titel in seiner Liga geholt.

Boben Op möchte 2026 noch eine Schippe drauflegen und gemeinsam mit dem Lern- und Aktionsnetzwerk nachhaltig Gärtnern einen ganzen Aktionstag rund ums Entsiegeln auf die Beine stellen – mit Schaufel, guter Laune und einer ordentlichen Portion guter Gemeinschaft.

Was ist „Abpflastern“?

„Abpflastern“ ist der erste bundesweite Entsiegelungs-Wettbewerb in Deutschland. Zwischen dem 21. März und dem 31. Oktober 2026 zählen in allen teilnehmenden Kommunen die Quadratmeter, an denen Pflaster, Asphalt oder Beton verschwinden und Platz machen für Blühstreifen, Beete und andere Grünflächen.

Mitmachen können Kommunen, Vereine, Schulen, Unternehmen und Privatleute – kurz: alle, die Lust haben, ihre Steinwüsten in lebendige Flächen zu verwandeln. Die Teilnahme ist unkompliziert: Vorher-Nachher-Foto machen, Fläche entsiegeln, Größe eintragen und online auf abpflastern.de melden.

Flensburg: Vom Mitmacher zur Titelverteidigerin

Flensburg hat 2025 gezeigt, was geht: Insgesamt wurden 2.077 Quadratmeter Fläche entsiegelt – ein starker Anfang, der sogar Medien wie NDR und taz auf den Plan gerufen hat. Im bundesweiten Ranking holte Flensburg in der Liga der mittelgroßen Städte den Sieg – mit rund 104.000 entfernten Steinen.

Das ist wichtig, denn in Flensburg wurden zwischen 1998 und 2023 im Schnitt jedes Jahr rund 38.000 Quadratmeter neu versiegelt. Jede abgepflasterte Einfahrt, jeder aufgebrochene Hinterhof hilft also, das Blatt ein Stück zu wenden.

Warum Entsiegeln so wichtig ist

Wenn wir Stein herausnehmen, holen wir Leben zurück: Entsiegelte Flächen können Regenwasser aufnehmen, statt es in die Kanalisation zu jagen, und entlasten damit das Kanalsystem bei Starkregen. Sie helfen an heißen Tagen, die Umgebung zu kühlen, weil Boden und Pflanzen Wasser verdunsten, statt dass Asphalt die Hitze speichert.

Gleichzeitig entstehen neue Lebensräume für Insekten, Vögel und Bodenlebewesen – die biologische Vielfalt in der Stadt nimmt zu. Und nicht zuletzt binden Grünflächen Kohlenstoff, filtern Luftschadstoffe und machen Höfe, Straßen und Plätze einfach schöner und einladender. Hinzu kommt, dass Schleswig-Holstein ohnehin das waldärmste Bundesland Deutschlands ist und wir wirklich jeden Baum und Strauch gebrauchen können, um das Klima zu stabilisieren.

Boben Op macht einen Aktionstag daraus

Damit der Wettbewerb in der Region weiterhin an Momentum gewinnen und halten kann, möchte Boben Op rund ums Abpflastern einen Aktionstag organisieren – mit einem Netzwerk aus Menschen, die bereits Erfahrungen mit Entsiegelung und Klimaanpassung haben. Ein bisschen Budget für Werkzeuge, Material und gute Verpflegung ist vorhanden, der Rest kommt aus der Gemeinschaft: durch Hände, die zupacken, und Ideen, wie die freigewordenen Flächen gestaltet werden können.

Angedacht ist ein gezielter Einsatz vor Ort in Flensburg, mit Informationen zum Thema Entsiegelung, Austausch zwischen Gleichgesinnten und ganz viel Gelegenheit, selbst die Schaufel in die Hand zu nehmen und die Stadt selbst mitzugestalten. Wer noch eine zugepflasterte Ecke kennt – die alte Hofeinfahrt, den überflüssigen Stellplatz, die Steinwüste vorm Vereinsheim – ist herzlich eingeladen, sie als Aktionsfläche einzubringen. Wer mit uns gemeinsame Sache machen will, schreibt uns am besten unter lang@bobenop.de und beschreibt und zeigt uns die Fläche. Das Netzwerk für nachhaltiges Gärtnern ergänzt mit Erfahrung, Fachleuten, Budget, aber auch mit Pflanzware, die aus den eigenen Gärten mitgebracht wird. Nebst diesem Aktionstag können aber auch eigene, kleinere Aktionen zum Erfolg beitragen. Jeder Stein zählt.

So können Flensburger*innen mitmachen

  • Eigene Fläche suchen: Wo liegt unnötig Pflaster oder Beton – privat, im Verein, im Betrieb?
  • Genehmigung sichern: Entsiegeln geht nur auf eigenen Flächen oder mit Einverständnis der Eigentümer*innen.​​
  • Aktion planen: Mit Nachbar*innen, Schule, Kita oder Kollegium einen Termin zum Abpflastern verabreden.
  • Ergebnisse melden: Vorher-Nachher-Fotos machen, Fläche ausmessen und auf abpflastern.de eintragen – jede Fläche zählt für Flensburg.

Ausblick

Der Wettbewerb läuft bis Ende Oktober – es bleibt also genug Zeit, Stein für Stein etwas zu verändern. Boben Op möchte den Schwung aus der ersten Saison nutzen und lädt alle ein, daraus eine Bewegung zu machen, die über den Wettbewerb hinaus wirkt.

Text von: Bjarne Oldenburg, Ann-Christin Lange (Boben Op Klima- und Energiewende e. V.)

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